I have a Traum

I have a Traum

Vor kurzen habe ich in einer Instagram-Story etwas geschrieben a la “wer mich bei meinem Traum unterstützen will” und völlig gerechtfertigt kam zurück: Was ist denn dein Traum?

Stimmt, ich rede da eigentlich nie darüber. Wenn es niemand weiß, kann mich keiner daran messen. Wenn es niemand weiß, muss ich nicht zur Tat schreiten. Wenn ich es niemanden erzähle, kann ich diesen Traum für mich behalten und sicher davon Träumen ohne eine Niederlage zu riskieren.

Aber dann bleibt es eben genau das, ein Traum.

Mein Traum

Ich träume davon mit meiner Kunst und meinen Designs Geld zu verdienen. Echtes Geld, das echte Rechnungen zahlt. Vielleicht so viel Geld, dass ich mich nicht mehr an einem Schreibtisch sitzen muss.

Ich bin eine Büro-Biene

Denn ich bin eine Büro-Biene. Büro-Bienen haben ein sicheres Leben. Es ist ein ‘ordentlicher’ Beruf, ein Beruf den Menschen verstehen können, auch wenn sie nicht verstehen was ich im Büro so mache. “Ich arbeite im Büro” klingt nicht spannend, aber man bekommt ein verstehendes Nicken von seinem Gegenüber.

Zu sagen “Ich möchte Künstlerin sein” klingt sehr brotlos. So brotlos, dass ich diesen Traum schon in meiner Kindheit begraben habe. Von Kunst zu leben schafft man nicht, Künstler werden erst nach ihrem Tod berühmt und für Opiumhöhlen, Orgien und kreative Gelage ist in der Moderne kein Platz mehr.

Ich weiß nicht warum ich diesen Traum früh begraben habe, ich erinnere mich an niemanden, der versucht hätte es mir auszureden. Vermutlich habe ich einfach das angeborene Problem, manchmal vernünftiger sein zu wollen als die Vernunft. Ich habe mir selber das Leben ausgesaugt im Versuch normal zu sein, was für mich gleichbedeutend ist mit unauffällig oder treffender langweilig.

Eine Ausbildung im Büro, ein BWL-Studium, ein Schreibtischjob: Ich bin langweilig.

Und bisher habe ich nie versucht auszubrechen. Ich habe einen guten Job, der gut zahlt, ich habe tolle Kollegen und habe immer ein bisschen Nervenkitzel, denn Störungen beim Fernsehen sind unvorhersehbar .Gerade an den Tagen an denen man glaubt es wird eine monotone, ruhige Schicht passiert irgendetwas, das einen 8 Stunden lang rotieren lässt wie ein Brummkreisel.

Ich mag meinen Job. Es ist von allen blöden Jobs wohl der beste Job den ich haben kann. Mein Job erfüllt mein Bedürfnis nach Sicherheit. Aber etwas fehlt langfristig.

Kreativität ist mein Leben

Ich war schon immer kreativ, habe jeden Trend mal ausprobiert, ich kann Häkeln, Nähen und Stricken, Pouren und Lettern, Mandalas und Traumfänger, Acryl und Öl, Kleben und Schneiden.

Ich habe gekocht und gebacken, gebloggt, fotografiert und geschrieben.

Das große Thema meines Lebens ist etwas zu erschaffen, dass man anfassen kann, etwas das am Ende des Tages meine Energie und Leidenschaft zeigt, etwas das einen Lächeln lässt.

Doch Künstler sein ist brotlos und so lege ich das kreative immer wieder zur Seite und verteile meine Zeit auf Dinge die vernünftiger erscheinen.

Wenn ich sage, meine Seele hungert, versteht das vielleicht nur jemand, der mit dem selben Drang zu Erschaffen gesegnet ist. In all der Zeit in der ich nichts erschaffen habe, habe ich einen Teil von mir selber ausgehungert, bis er zu klein und zu schwach war, um neue Ideen und Energie hervorzubringen. Bis ich eine glückliche Büro-Biene war.

Kleines Brennen

2018 war ich dann in Portugal. Der erste große Urlaub, das erste Mal raus aus dem Alltag. Ich weiß nicht genau was es wahr, vielleicht das viele Wander, die Freiheit, das Meer, aber als ich im Mietwagen nach Hause saß kamen die Tränen, denn auf einmal spürte ich diesen verhungerten Teil von mir. Spürte, dass ich in meinen ganzen Plänen alles getan habe was ich wollte, aber vielleicht nicht das was ich brauchte.

Am liebsten wäre ich niemals zurück an den Schreibtisch. Am liebsten wäre ich nie wieder nach Hause. Ganz kurz war ich frei und spürte diesen Hunger nach einem unkonventionellen Leben.

In Deutschland rief ich meine Mama an und sagte “Es ist Zeit weiter zu ziehen, ich spüre den Wind in den Segeln.” und meine Mama sagte “Sei nicht leichtsinnig, du hast einen guten Job, was willst du denn mehr”. Und so motze ich trotzig etwas von Abenteuern und fernen Ländern und tiefen Sehnsüchten und setzte den Deckel drauf und ging zurück an den Schreibtisch.

Lockdown zu neuen Perspektiven

Ich habe immer mal wieder ein Paar Socken gestrickt, ich habe mal an einer Art Night teilgenommen, mit Mama ein Bild gepourt und dazwischen mal meine Schönschrift geübt und all die Menschen bewundert, die so viel besser sind als ich. Menschen die es verdienen damit Geld zu verdienen, tausende Follower zu haben und für ihr Talent bewundert zu werden.

Dann kam Covid und sah und kam und blieb. Ich lernte Wörter wie Triage und Lockdown, den Unterschied zwischen Ausgangsbeschränkung und Ausgangssperre, klatschte am Balkon und hortete Klopapier.

Und von jetzt auf gleich war mein Leben aus Pause gestellt. Alle Pläne für das Jahr hinfällig. Keine London-Reise, keine Wochenenden in Schweden, keine Besuche bei meiner Familie, keine Städte-Trips und nichts was Büro-Bienen so machen um Spaß zu haben. Das Fitnessstudio hatte zu, Freunde treffen verboten und selbst in der Sonne auf einer Parkbank sitzen höchst illegal.

Als mein Leben diese Vollbremsung hinlegte stolperte ich über “digitales Zeichnen” und in einer Kurzschlussreaktion bestellte ich ein iPad, einen Apple Pencil und kaufte die App Procreate.

In der Zeit in der nichts zu tun war außer Hefe, Mehl, Nudeln und Klopapier zu kaufen, wann immer es in den Läden auf Vorrat war schaute ich Youtube-Tutorials und zeichnete mein erstes Bild aus Pixeln.

Ich zeichnete jeden Tag, folge primär der Anleitung anderer, las in Facebook-Gruppen und still, heimlich und leise machte ich mir einen zweiten Instagram-Account, der nur meiner Kreativität gewidmet ist.

Während der Lockdown mein soziales Leben erstickte, befeuerte es meine kreative Seite und unter all den Selbstzweifeln vergraben, fand ich einen Kindheitstraum wieder: Ich wäre so gerne eine Künstlerin, jemand dessen Namen man kennt, jemand dessen Kunst man besitzen möchte.

Auf zu neuen Ufern

Und während das Jahr so weiter geht, die Tage zu Wochen werden, COVID-19 gekommen ist, um zu bleiben, hat sich vieles verändert.

In meinem Kopf, an meinem Körper, in meinem Herzen. Ich habe mich entschieden 2021 mein ganzes Leben brutal auf den Kopf zu stellen. Wie genau, werde ich euch noch verraten.

Ich dachte mir, wenn ich ohnehin schon das gruseligste wage das ich mir vorstellen kann, warum dann nicht auch meine kreative Seite nach außen kehren.

Your support

Also ja, wenn du mich in meinem Traum unterstützen willst….

Ja dann, dann was?

Dann erzähle anderen von mir. Zeige ihnen meine Entwürfe und Bilder. Teile meine Beiträge, like und speichere sie. Hinterlasse ein Kommentar, sag mir was du davon hältst, was kann ich in deinen Augen besser oder anders machen. Was zaubert dir ein Lächeln ins Gesicht und was möchtest du von mir wissen?

Vielleicht folgst du mir auf Instagram?

Ich habe keine Reichweite, nicht alleine, aber wenn dir gefällt was ich mache, dann kannst du mir deine Reichweite leihen. Wenn du keine Grußkarte braucht, aber deine Oma immer welche schreibt, dann zeige sie ihr. Feiert Oma ihren 80sten und sucht eine Einladung skarte, vielleicht denkst du an mich.

Wenn du helfen willst, dann schreibe doch die eine Karte, die du sonst nicht geschrieben hättest und mache gleich zwei Menschen eine Freude.

Jeder Like hilft, jedes Like bedeutet Motivation und Freude und in eine Chance in einem Algorithmus, der kleine Accounts gerne schluckt.

Jede Erwähnung macht mich stolz und treibt das Perpetuum Mobile an Kreativität an.

Und wenn du glaubst das ich das nicht schaffe ist das auch ok. Jeder Z-Promi braucht ein paar Hater und Trolls. 🙂

Aber ganz im ernst, dein Support ist mir wichtig. Es tut kein anderer für mich, und wenn du es mutig, verrückt oder bewundernswert findest, dass doch ein Like da.

Vielleicht denkst du an mich, wenn du das nächste mal durch Instagram scrollst.

Ich bin eine Künstlerin.

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